ElectroQuell Logo

August 27, 2026 · Notstromversorgung · 18 Min. Lesezeit

Diesel, Gas oder Hybrid: Notstrom für Unternehmen

Von Yusuf Akkaya

 Notstromversorgung von Unternehmen und öffentlichen Gebäuden.

Am Montagmorgen bereitet sich ein Produktionsbetrieb auf den Beginn der ersten Schicht vor.

Die Maschinen sind betriebsbereit. Die Mitarbeiter nehmen ihre Arbeitsplätze ein. Die Steuerung wartet auf das Startsignal.

Gleichzeitig werden in einem öffentlichen Gebäude Besucher empfangen, in einem Krankenhaus laufen medizinische Geräte und in einem Logistikzentrum steuern automatisierte Systeme den Warenfluss.

Dann fällt der Strom aus.

In den ersten Sekunden schauen sich die Menschen gegenseitig an. Nach einer Minute ruft jemand beim Netzbetreiber an. Nach fünf Minuten beginnt der Betriebsleiter, die möglichen Verluste zu berechnen. Nach einer Stunde ist der Stromausfall keine rein technische Unannehmlichkeit mehr. Er wird zu einem organisatorischen, finanziellen und möglicherweise sogar sicherheitsrelevanten Problem.

Damit stellt sich eine konkrete Frage:

Soll die Anlage mit einem Dieselgenerator, einem Gasgenerator oder einem hybriden Notstromsystem abgesichert werden?

Eine allgemeingültige Antwort gibt es nicht. Die richtige Entscheidung hängt von der benötigten Leistung, der erforderlichen Überbrückungszeit, dem Lastprofil, der Verfügbarkeit des Brennstoffs, dem Aufstellort, den Emissionsanforderungen, dem Geräuschpegel, den Wartungsbedingungen und der zulässigen Unterbrechungsdauer ab.

Ein Generator in einem Industriebetrieb nahe Poznań erfüllt andere Aufgaben als eine Notstromquelle in einem Verwaltungsgebäude, Hotel, einer Schule oder einem Rechenzentrum.

In einer Anlage zählt möglicherweise ein mehrstündiger Betrieb unter hoher Last. In einem anderen Gebäude sind ein niedriger Geräuschpegel und geringe lokale Emissionen wichtiger. An einem dritten Standort kann die Kombination aus Generator, Batteriespeicher und Photovoltaikanlage die sinnvollste Lösung sein.

Die Technologie sollte sich aus dem tatsächlichen betrieblichen Problem ergeben.


Welche Aufgabe soll die Notstromversorgung erfüllen?

Der häufigste Fehler entsteht noch vor der Auswahl der Technologie. Der Betreiber beginnt mit der Frage:

Welchen Generator sollen wir kaufen?

Die wichtigere Frage lautet:

Was genau soll passieren, wenn die Netzversorgung ausfällt?

Muss die gesamte Anlage weiterarbeiten? Reicht es aus, die Sicherheitsbeleuchtung, die Sicherheitssysteme und den Serverraum zu versorgen? Soll die Produktion ohne Unterbrechung fortgesetzt werden? Oder soll der Generator lediglich genügend Zeit für ein kontrolliertes und sicheres Herunterfahren eines technischen Prozesses schaffen?

Das sind grundlegend unterschiedliche Anforderungen.

In einem Bürogebäude kann ein Generator Aufzüge, Zutrittskontrolle, Lüftungsanlagen, den Serverraum, Videoüberwachung und ausgewählte Beleuchtungsstromkreise versorgen. In einem Produktionsbetrieb ist die Liste der kritischen Verbraucher in der Regel deutlich länger. Dazu gehören Motoren, Kompressoren, Pumpen, Öfen, Automatisierungssysteme, Produktionslinien und Anlagen, die nicht mitten in einem Prozess abgeschaltet werden können.

In öffentlichen Gebäuden kommt die Verantwortung für die Sicherheit der anwesenden Personen hinzu.

Bei einem Stromausfall in einer Sporthalle, Schule, einem Einkaufszentrum oder Verwaltungsgebäude müssen unter Umständen Fluchtwegbeleuchtung, Brandschutzsysteme, Rauchabzug, Alarmanlagen, Kameras und Kommunikationssysteme weiter funktionieren.

Die Auswahl eines Generators beginnt deshalb mit einer Lastanalyse, endet aber nicht dort. Zusätzlich müssen Anlaufströme, nichtlineare Verbraucher, die Zuschaltreihenfolge, die Spannungsqualität und die erforderliche Autonomie berücksichtigt werden.

Ein Generator mit 500 kVA kann in einer Anlage problemlos funktionieren und in einer anderen völlig ungeeignet sein. Die Zahl auf dem Typenschild sagt allein noch nichts darüber aus, ob das Gerät mit den realen Betriebsbedingungen zurechtkommt.


Ist ein Dieselgenerator noch immer die beste Wahl?

Für viele Anwendungen lautet die Antwort: ja.

Die Dieseltechnologie gehört weiterhin zu den am besten etablierten Lösungen für die Notstromversorgung von Industrieanlagen, technischer Infrastruktur und Standorten mit hohen Anforderungen an die Versorgungssicherheit.

Der Grund ist praktisch. Dieselmotoren sind in einem großen Leistungsbereich verfügbar, können hohe Lasten zuverlässig übernehmen und bei korrekter Auslegung über lange Zeit betrieben werden. Der Brennstoff kann am Standort gelagert werden. Seine Verfügbarkeit hängt daher nicht unmittelbar von der Stabilität eines Gasnetzes ab.

Diese Unabhängigkeit kann entscheidend sein.

Ein Gasgenerator ist in der Regel auf das Gasverteilungsnetz angewiesen. Wenn dasselbe Ereignis sowohl die Stromversorgung als auch die Gasinfrastruktur beeinträchtigt, kann der Generator seine Brennstoffquelle genau dann verlieren, wenn er am dringendsten benötigt wird.

Eine ordnungsgemäß geplante Dieselanlage mit einem Brennstoffvorrat vor Ort gibt dem Betreiber eine bessere Kontrolle über die Dauer der Notstromversorgung. Das ist besonders für abgelegene Anlagen, Produktionsbetriebe, Telekommunikationsstandorte, Kläranlagen und Logistikzentren von Bedeutung.

Dieselgeneratoren eignen sich außerdem gut für Situationen, in denen ein Stromausfall viele Stunden dauern kann. Ein Produktionsbetrieb, ein Kühlhaus oder eine Pumpstation benötigt eine Quelle, die auch dann weiterarbeitet, wenn eine kurzfristige Batteriereserve längst erschöpft wäre.

Allerdings braucht auch ein Dieselgenerator geeignete Betriebsbedingungen.

Ein Generator, der einige Male pro Jahr für wenige Minuten bei sehr geringer Last startet, wird nicht unter realistischen Bedingungen geprüft. Kurze Testläufe ohne ausreichende Belastung können unter anderem eine unvollständige Verbrennung und Ablagerungen im Motor begünstigen.

Ein Test sollte daher mehr bestätigen, als dass der Motor anspringt.

Das gesamte System sollte unter Last überprüft werden. Zu kontrollieren sind die Spannungsstabilität, das Verhalten der Frequenz, die Lastübernahme, die Funktion der automatischen Netzersatzumschaltung und die Reaktion des Generators auf Laständerungen.

Ein Generator, der ohne relevante Last sauber startet, hat lediglich den einfachsten Teil der Prüfung bestanden.


Wann kann ein Gasgenerator sinnvoller sein als ein Dieselgenerator?

Ein Gasgenerator kann dort geeignet sein, wo geringe lokale Emissionen, ein reduzierter Geräuschpegel und der Zugang zu einer stabilen Gasversorgung eine wichtige Rolle spielen.

Das kann für innerstädtische Gebäude, Hotels, Büroimmobilien und Standorte in der Nähe von Wohngebieten relevant sein. Geräusche, Abgase, Brennstofflieferungen und die Lagerung von Dieselkraftstoff lassen sich in dicht bebauten Gebieten häufig schwieriger organisieren als auf einem abgelegenen Industriegelände.

Gasgeneratoren werden außerdem in Gebäuden eingesetzt, die bereits über einen geeigneten Gasanschluss verfügen und die Möglichkeit einer Kraft-Wärme-Kopplung nutzen können.

Wenn die Anlage sowohl elektrische Energie als auch nutzbare Wärme erzeugt, kann sie über die klassische Notstromfunktion hinaus eingesetzt werden. Das kann für Gebäude mit einem stabilen Bedarf an Warmwasser, Prozesswärme oder Raumwärme interessant sein.

Eine wichtige Voraussetzung lautet jedoch: Die Wärme muss tatsächlich genutzt werden.

Kraft-Wärme-Kopplung ist dann sinnvoll, wenn die thermische Leistung zum realen Betriebsprofil des Gebäudes passt. Eine Gaseinheit ausschließlich deshalb zu installieren, weil Gas allgemein als sauberer Brennstoff gilt, ohne den Wärmebedarf zu analysieren, kann zu einer schlechten Auslastung und zu unnötigen Investitionskosten führen.

Auch ein Gasgenerator entbindet den Betreiber nicht von der Prüfung der Emissionsanforderungen. Diese hängen unter anderem von der Motorleistung, dem Motortyp, dem Aufstellort, der Anwendung und der rechtlichen Einstufung der Anlage ab.

In der Praxis muss die konkrete Einheit betrachtet werden. Der allgemeine Begriff EKO-Generator ;) ersetzt keine technische Bewertung.

Auch die Gasinfrastruktur selbst muss überprüft werden.

Zu prüfen sind der verfügbare Druck und Volumenstrom, die Gasabsperrung, die Sicherheitseinrichtungen, die Belüftung, die Abgasführung und das Verhalten des Systems bei einem Druckabfall.

Eine weitere wichtige Frage betrifft den Startvorgang. Der Generator muss innerhalb der geforderten Zeit anlaufen, stabile elektrische Parameter erreichen und die Last korrekt übernehmen. Wenn die Gasinstallation bei hoher Entnahme nicht die erforderlichen Bedingungen bereitstellen kann, garantiert ein vorhandener Gasanschluss allein noch keine zuverlässige Notstromversorgung.


Ist ein Gasgenerator tatsächlich günstiger im Betrieb?

Nicht automatisch.

Die Brennstoffkosten sind lediglich ein Bestandteil der gesamten Betriebskosten. In die Analyse gehören außerdem der Gasanschluss, Druckregelanlagen, Sicherheitseinrichtungen, Lüftung, Abgasführung, Wartung, Prüfungen und mögliche bauliche Anpassungen.

Ein Gasgenerator kann wirtschaftlich attraktiv sein, wenn er regelmäßig betrieben wird und eine hohe Auslastung erreicht. Wird er hingegen ausschließlich während eines Netzausfalls eingesetzt und bleibt ansonsten im Bereitschaftsbetrieb, kann das Ergebnis anders aussehen.

Das Betriebsprofil ist entscheidend.

Bei einem Notstromaggregat, das nur einige Dutzend Stunden pro Jahr läuft, machen die Brennstoffkosten möglicherweise nur einen kleinen Teil der Gesamtkosten aus. Anschaffung, Installation, Wartung und die Aufrechterhaltung der Betriebsbereitschaft können stärker ins Gewicht fallen.

Bei einer Einheit, die täglich mehrere Stunden arbeitet, gewinnt die Brennstoffeffizienz deutlich an Bedeutung.

Auch die Preise für Energie und Brennstoffe können sich schneller verändern als die Infrastruktur rund um den Generator. Eine Notstromanlage wird in der Regel für viele Jahre angeschafft. Die Entscheidung sollte deshalb auf realistischen Betriebsszenarien beruhen und nicht auf einem kurzfristigen Preisunterschied zwischen Diesel und Gas.


Kann ein hybrides System einen Generator ersetzen?

Ein hybrides System verbindet mehrere Energiequellen, beispielsweise einen Batteriespeicher, eine Photovoltaikanlage, einen Diesel- oder Gasgenerator sowie ein Energiemanagementsystem.

In einer solchen Konfiguration kann der Batteriespeicher die Last unmittelbar nach dem Netzausfall übernehmen. Der Generator startet später oder arbeitet bei einem effizienteren Lastniveau. Die Photovoltaikanlage kann bei Tageslicht den Brennstoffverbrauch reduzieren, während das Steuerungssystem entscheidet, welche Quelle die Verbraucher zu einem bestimmten Zeitpunkt versorgt.

Klingt kompliziert?

Ist es auch.

Diese Komplexität kann jedoch gerechtfertigt sein, wenn sie ein konkretes betriebliches Problem löst.

Nehmen wir an, eine Anlage hat einen kontinuierlichen Leistungsbedarf von 100 kW und nur gelegentliche kurze Lastspitzen. Ein Dieselgenerator mit 250 kVA würde möglicherweise einen großen Teil seiner Betriebszeit bei geringer Last laufen. Der Batteriespeicher kann kurze Spitzen übernehmen, während der Generator länger bei einem stabileren und effizienteren Lastniveau arbeitet.

In einer anderen Anlage benötigen große Motoren beim Start für wenige Sekunden deutlich mehr Leistung. Ein Batteriespeicher kann den Startvorgang unterstützen und dadurch verhindern, dass der Generator ausschließlich auf den anspruchsvollsten kurzen Moment ausgelegt werden muss.

Ein hybrides System kann auch die Anzahl der Motorstarts reduzieren. Das ist dort sinnvoll, wo der Generator für einen längeren Netzausfall bereitstehen muss, aber nicht bei jeder kurzen Netzunterbrechung anlaufen soll.

Der Batteriespeicher kann die kritischen Verbraucher für einige Minuten versorgen, während das System die Situation bewertet. Kehrt das Netz zurück, muss der Generator möglicherweise gar nicht starten. Dauert der Ausfall länger, übernimmt der Generator die Versorgung über einen längeren Zeitraum.


Ist ein hybrides System automatisch die nachhaltigste Lösung?

Eine automatische Garantie gibt es nicht.

Ein hybrides System kann den Brennstoffverbrauch und die Betriebsstunden des Generators reduzieren. Die tatsächliche Wirkung hängt jedoch von der Steuerungsstrategie, der Speicherkapazität, den Wetterbedingungen und dem Lastprofil der Anlage ab.

Ist der Speicher zu klein, bleibt sein Beitrag möglicherweise kaum relevant. Ist er zu groß, lässt sich die Investition eventuell nur schwer rechtfertigen. Ist das Energiemanagementsystem falsch konfiguriert, können die einzelnen Komponenten gegeneinander arbeiten. Das Ergebnis wäre ein System, das schwer zu betreiben und zu diagnostizieren ist.

Auch die Lebensdauer der Batterie muss berücksichtigt werden.

Ein Batteriespeicher ist kein dauerhaft unveränderliches Bauteil. Bei der Planung müssen die Alterung der Zellen, die Betriebstemperatur, die Kühlung, das Monitoring, der Brandschutz und ein späterer Austausch berücksichtigt werden.

In gewerblichen und industriellen Anlagen sollte ein hybrides System als vollständige Energieinfrastruktur betrachtet werden. Es reicht nicht aus, Batterien mit einem Generator zu verbinden und einen Wechselrichter zu installieren.

Erforderlich sind eine abgestimmte Steuerungsarchitektur, koordinierte Schutzfunktionen und Tests in allen relevanten Betriebsarten.

Das System muss praktische Fragen beantworten können:

Was passiert, wenn das Netz nachts ausfällt?

Was geschieht, wenn der Batteriespeicher nur teilweise geladen ist?

Wie reagiert die Anlage, wenn der Generator nicht startet?

Was passiert, wenn die Solarleistung plötzlich sinkt?

Wie verhält sich das System, wenn die Kommunikation zwischen zwei Steuerungskomponenten ausfällt?

Wenn diese Fragen nicht klar beantwortet werden können, ist das hybride Konzept noch nicht vollständig.


Welche Lösung eignet sich für einen Produktionsbetrieb?

In einem Produktionsbetrieb wird häufig zunächst ein Dieselgenerator in Betracht gezogen — insbesondere dann, wenn eine hohe Leistung, eine lange Autonomie und Unabhängigkeit vom Gasnetz erforderlich sind.

Die endgültige Entscheidung muss sich jedoch am Produktionsprozess orientieren.

Wenn ein Stromausfall Materialien beschädigen, einen Ofenprozess unterbrechen, eine Produktionscharge unbrauchbar machen oder einen mehrstündigen Neustart erforderlich machen kann, muss der Generator für den gesamten Prozess ausgelegt werden. Die durchschnittliche Leistungsaufnahme allein reicht dafür nicht aus.

Besondere Aufmerksamkeit verdienen die Anlaufströme.

Ein Elektromotor, Kompressor oder eine Pumpe kann beim Start kurzfristig ein Mehrfaches der Leistung benötigen, die während des normalen Betriebs anfällt. Wird der Generator lediglich durch Addition der Nennleistungen aller Verbraucher ausgewählt, kann es zu Spannungseinbrüchen oder erfolglosen Startvorgängen kommen.

In einem solchen Umfeld kann ein hybrides System nützlich sein. Der Batteriespeicher unterstützt die Startvorgänge und kurzfristige Lastspitzen, während der Generator die längerfristige Versorgung übernimmt.

In anderen Fällen ist ein konventioneller Generator mit einer passenden Leistungsreserve und einer sauber geplanten Zuschaltreihenfolge die bessere Lösung.

Die Technologie sollte aus der Lastanalyse entstehen, nicht aus einem Technologietrend.


Welche Notstromquelle eignet sich für ein öffentliches Gebäude?

In öffentlichen Gebäuden muss mehr als die elektrische Leistung berücksichtigt werden.

Die Sicherheit der Nutzer, der Geräuschpegel, die optische Wirkung, die Belüftung, die Brennstofflagerung und die Möglichkeit von Wartungsarbeiten ohne größere Störungen im Gebäude spielen eine wichtige Rolle.

Eine Schule, ein Verwaltungsgebäude, eine Bibliothek oder eine Sporthalle muss bei einem Stromausfall möglicherweise nicht alle Verbraucher weiterbetreiben. Häufig reicht es aus, Prioritätsstromkreise festzulegen und separat zu versorgen.

Dazu können Brandschutzsysteme, Sicherheitsbeleuchtung, Zutrittskontrolle, Videoüberwachung, Serverräume, Kommunikationssysteme, Pumpen und ausgewählte Lüftungsanlagen gehören.

In diesem Szenario kann ein Batteriespeicher die kritischen Stromkreise unmittelbar versorgen, während ein Generator den länger dauernden Betrieb übernimmt.

Ein Gasgenerator kann in dicht bebauten Gebieten ebenfalls interessant sein, sofern die vorhandene Gasinfrastruktur den erforderlichen Druck, Volumenstrom und die notwendige Versorgungssicherheit bietet.

Der Aufstellort ist entscheidend.

Ein Generator in einer Tiefgarage, auf einem Dach oder in der Nähe genutzter Räume erfordert eine detaillierte Betrachtung von Geräuschen, Vibrationen, Belüftung und Abgasführung. Gleichzeitig muss der Zugang für Wartungs- und Reparaturarbeiten sicher möglich sein.

Bei Dieselgeneratoren kommen die Lagerung des Kraftstoffs und die Kontrolle seiner Qualität hinzu. Kraftstoff, der über längere Zeit am Standort gelagert wird, muss unter geeigneten Bedingungen aufbewahrt und regelmäßig kontrolliert werden.

Der Generator ist daher als Bestandteil der Sicherheits- und Versorgungsinfrastruktur des Gebäudes zu betrachten — nicht als großes Gerät, das dort aufgestellt wird, wo gerade noch eine freie Ecke vorhanden ist.


Was ist wichtiger: Generatorleistung oder Laufzeit?

Beides ist wichtig, beantwortet aber unterschiedliche Fragen.

Die Leistung bestimmt, welche Verbraucher der Generator gleichzeitig versorgen kann. Die Laufzeit zeigt, wie lange dies ohne Betankung oder Unterstützung durch eine weitere Energiequelle möglich ist.

Ein Generator mit hoher Leistung und einem kleinen Tank kann bereits nach wenigen Stunden ausfallen. Ein kleinerer Generator mit großem Kraftstoffvorrat löst das Problem ebenfalls nicht, wenn er die angeschlossenen Verbraucher nicht sicher versorgen kann.

Die Planung sollte deshalb mindestens drei Szenarien berücksichtigen:

  • eine kurze Unterbrechung,
  • einen Ausfall über mehrere Stunden,
  • einen länger andauernden Verlust der Netzversorgung.

Für jedes Szenario sollte festgelegt werden, welche Verbraucher aktiv bleiben, welche Leistung benötigt wird und ob eine Betankung während des Betriebs möglich ist.

In strategisch wichtigen Einrichtungen muss der Kraftstoff auch dann verfügbar sein, wenn Straßen blockiert, Lieferungen verzögert und lokale Infrastrukturen nur im Notbetrieb verfügbar sind.

Dasselbe Prinzip gilt für Batteriespeicher. Die Autonomie muss unter realer Last berechnet werden. Dabei sind Temperatur, Alterung, Reservekapazität und die erwartete Leistung am Ende der Batterielebensdauer einzubeziehen.

Ein Speicher, der am Tag der Inbetriebnahme fünfzehn Minuten überbrücken kann, wird einige Jahre später möglicherweise eine andere tatsächliche Leistung erbringen.


Welche Fehler treten bei der Auswahl einer Notstromquelle besonders häufig auf?

Der erste Fehler ist die Auslegung des Generators ausschließlich nach der Anschlussleistung des Gebäudes.

Die Anschlussleistung entspricht nicht zwangsläufig dem tatsächlichen Betriebsbedarf. Außerdem beschreibt sie weder die Anlaufströme der Motoren noch nichtlineare Verbraucher oder die Reihenfolge, in der die Anlagen zugeschaltet werden.

Der zweite Fehler ist eine unzureichende Betrachtung der automatischen Netzersatzumschaltung.

Ein Generator kann über eine ausreichende Leistung verfügen. Wenn die automatische Umschalteinrichtung jedoch nicht korrekt arbeitet, erreicht die Energie die vorgesehenen Stromkreise trotzdem nicht.

Das gesamte System muss als Einheit geprüft werden: Netzversorgung, Steuerung, Generator, Schaltanlagen, Schutzsysteme und Verbraucher.

Der dritte Fehler ist der Verzicht auf Belastungstests.

Ein Motor, der ohne Last startet, beweist noch nicht, dass die Anlage unter realen Betriebsbedingungen funktioniert. Lastübernahme, Spannungsstabilität und Frequenzverhalten müssen bei der Inbetriebnahme und bei regelmäßigen Prüfungen kontrolliert werden.

Der vierte Fehler betrifft den Aufstellort.

Ein Generator benötigt Luftzufuhr, Kühlung, Abgasführung, Brennstoffzugang und ausreichend Platz für Wartungsarbeiten. Wird das Gerät in eine ungeeignete Ecke gedrängt, kann jeder spätere Serviceeinsatz unnötig kompliziert werden.

Der fünfte Fehler besteht darin, Wartung als Zusatzleistung zu betrachten.

Eine Notstromanlage braucht einen Wartungsplan, ein Prüfverfahren, verfügbare Ersatzteile und klar festgelegte Verantwortlichkeiten für Alarme und Fehlstarts.

Der sechste Fehler betrifft den menschlichen Faktor.

Auch ein technisch fortschrittliches System ist nur so zuverlässig wie die Personen, die es bedienen. Jemand muss die Steuerung verstehen, Alarme bewerten, manuelle Abläufe einleiten, Betankungen koordinieren und wissen, wann die Anlage außer Betrieb genommen werden muss.


Können ein Dieselgenerator, ein Gasgenerator und ein Batteriespeicher kombiniert werden?

Technisch ist eine solche Kombination möglich.

Ob sie sinnvoll ist, hängt von der Größe und dem Betriebsprofil der Anlage ab.

Ein Mehrquellensystem kann in einer großen Einrichtung gerechtfertigt sein: Der Batteriespeicher stellt die unmittelbare Reaktion bereit, der Gasgenerator übernimmt den länger dauernden Betrieb und der Dieselgenerator dient als unabhängige Reserve für den Fall einer Unterbrechung der Gasversorgung.

Eine solche Konfiguration erfordert jedoch eine anspruchsvolle Steuerung und klar definierte Prioritäten.

Das System muss wissen, wann gespeicherte Energie eingesetzt wird, wann der Gasgenerator startet, wann auf den Dieselgenerator umgeschaltet wird und wie es sich beim Ausfall einer einzelnen Quelle verhalten soll.

Jede zusätzliche Komponente bringt weitere Prüf-, Wartungs- und Dokumentationsanforderungen mit sich. Ein komplexeres System kann einen besseren Schutz gegen den Ausfall einer einzelnen Komponente bieten — allerdings nur, wenn es richtig geplant wurde und von qualifizierten Personen betrieben werden kann.

Manchmal sind zwei gut integrierte Quellen zuverlässiger als drei schlecht koordinierte.


Wie lässt sich prüfen, ob die gewählte Lösung den Anforderungen entspricht?

In der Planungsphase müssen die Anforderungen an die elektrische Installation, den Brandschutz, den Geräuschpegel, die Emissionen, die Brennstoffversorgung, die Belüftung, die Steuerung und die Wartung berücksichtigt werden.

Für den konkreten Motor und die konkrete Anwendung müssen außerdem die geltenden europäischen Emissionsanforderungen geprüft werden. Die Verordnung (EU) 2016/1628 legt unter anderem Anforderungen an Emissionsgrenzwerte für gasförmige und partikuläre Schadstoffe sowie an die Typgenehmigung bestimmter Verbrennungsmotoren für mobile Maschinen und Geräte fest.

Die konkreten Anforderungen hängen vom Motor, der Leistungsklasse, der Anwendung und der Einstufung des Geräts ab.

Anforderungen aus einer Gerätekategorie dürfen nicht ohne Prüfung auf eine andere übertragen werden. Ein stationärer Generator, ein transportabler Generator und ein Motor in einer bestimmten mobilen Anwendung können unterschiedlichen Vorgaben unterliegen.

Ebenso wichtig ist die technische Dokumentation.

Sie sollte elektrische Schaltpläne, Leistungsdaten des Generators, Motordaten, Informationen zur Steuerung, Installationsbedingungen, Brennstoffanforderungen und Wartungshinweise enthalten.

Wenn die Quelle ein öffentliches oder industrielles Gebäude versorgen soll, muss die Dokumentation außerdem die Inbetriebnahme, Abnahmeprüfungen, Inspektionen und spätere Wartung unterstützen.

Dokumente erzeugen zwar keinen Strom. Fehlende Dokumente können die Inbetriebnahme einer Anlage jedoch sehr effektiv verhindern.


Diesel, Gas oder Hybrid: Wie sollte die endgültige Entscheidung getroffen werden?

Ein Dieselgenerator ist in der Regel besonders geeignet, wenn folgende Anforderungen im Vordergrund stehen:

  • lange Laufzeit;
  • hohe Leistung;
  • Unabhängigkeit vom Gasnetz;
  • Lagerung des Brennstoffs am Standort;
  • Einsatz unter anspruchsvollen Bedingungen;
  • etablierte Wartungs- und Servicemöglichkeiten.

Ein Gasgenerator kann sinnvoll sein, wenn das Gebäude über einen stabilen Gasanschluss verfügt, lokale Emissionen und Geräusche eine wichtige Rolle spielen und die Einheit regelmäßig betrieben oder in eine Kraft-Wärme-Kopplung integriert werden kann.

Ein hybrides System kann die richtige Wahl sein, wenn eine sofortige Reaktion, ein stark wechselndes Lastprofil, eine Verringerung des Brennstoffverbrauchs oder die Einbindung erneuerbarer Energiequellen erforderlich ist.

Dafür sind eine sorgfältige Planung, eine abgestimmte Steuerung und entsprechendes Fachwissen im Betrieb notwendig.

Die beste Notstromquelle muss nicht die technisch komplexeste Lösung sein. Sie muss zu dem Problem passen, das sie lösen soll.

Beginnen sollte die Planung mit praktischen Fragen:

Wie lange kann der Standort ohne Netzversorgung betrieben werden?

Welche Verbraucher sind tatsächlich kritisch?

Ist während eines längeren Ausfalls ausreichend Brennstoff verfügbar?

Wie zuverlässig ist das Gasnetz?

Wie oft wird der Generator voraussichtlich laufen?

Wer führt die Tests durch?

Wer entscheidet über die Betankung?

Wer reagiert auf einen fehlgeschlagenen Start?

Erst wenn diese Fragen beantwortet sind, sollten konkrete Technologien, Leistungsgrößen und Konfigurationen miteinander verglichen werden.


Wie sollte die Technologie an die tatsächlichen Anforderungen des Standorts angepasst werden?

Die Entscheidung zwischen Diesel, Gas und Hybrid sollte sich am Lastprofil, an der erforderlichen Autonomie, an der vorhandenen Infrastruktur und an den Betriebsbedingungen orientieren.

Kriterium Dieselgenerator Gasgenerator Hybridsystem
Geeignet für Industrie, kritische Infrastruktur und Anlagen mit langer Laufzeit Stadtgebäude, Standorte mit stabiler Gasversorgung und Kraft-Wärme-Kopplung Anlagen mit wechselnder Last, Batteriespeicher und erneuerbaren Energiequellen
Laufzeit Lang, abhängig vom Kraftstoffvorrat Lang, sofern das Gasnetz verfügbar bleibt Kurz über den Batteriespeicher, länger nach dem Start des Generators
Unabhängigkeit von Infrastruktur Hoch — Kraftstoff kann vor Ort gelagert werden Abhängig von der Kontinuität der Gasversorgung Abhängig von der Systemkonfiguration und der Verfügbarkeit der einzelnen Quellen
Reaktion auf Netzausfall Sehr schnell nach dem automatischen Start Schnell, sofern der Gasdruck ausreichend ist Sofort über den Batteriespeicher; der Generator kann später starten
Große Lasten und Anlaufströme Sehr gut bei korrekter Auslegung Gut, abhängig vom Motor und der Gasinstallation Sehr gut bei abgestimmter Zusammenarbeit von Batterie und Generator
Betrieb unter anspruchsvollen Bedingungen Bewährte Technologie für Industrie und Außeneinsatz Erfordert eine stabile Gasinfrastruktur und geeignete Installationsbedingungen Wirksam bei korrekt ausgelegter Steuerung und Schutztechnik
Lokale Emissionen Erfordert Abgasmanagement und die Einhaltung geltender Emissionsanforderungen Häufig geringere lokale Emissionen, abhängig von der Motortechnologie Kann die Laufzeit des Motors und den Brennstoffverbrauch reduzieren
Geräuschpegel Abhängig von Gehäuse, Schalldämmung und Aufstellort Häufig für städtische Anwendungen geeignet, muss jedoch objektspezifisch bewertet werden Batteriespeicher arbeiten leise; der Generator benötigt weiterhin eine akustische Planung
Wartung und Betrieb Gute Serviceinfrastruktur und breite Ersatzteilverfügbarkeit Erfordert Motorwartung und die Kontrolle der Gasinstallation Am komplexesten: Batterien, Wechselrichter, Generator und Energiemanagement
Investitionskosten Meist gut kalkulierbar, besonders bei höheren Leistungen Können durch die erforderliche Gasinfrastruktur steigen Häufig am höchsten durch Batteriespeicher und Automatisierung
Wichtigstes Risiko Schlechte Kraftstoffqualität, fehlende Belastungstests oder unzureichende Belüftung Verlust des Gasdrucks oder Unterbrechung der Gasversorgung Zu kleiner Speicher, fehlerhafte Steuerungslogik oder späterer Batterietausch
Hauptvorteil Unabhängigkeit, hohe Leistung und lange Autonomie Geringere lokale Emissionen und Möglichkeit der Kraft-Wärme-Kopplung Schnelle Reaktion, Flexibilität und geringerer Brennstoffverbrauch

Diesel bietet Unabhängigkeit und eine lange Laufzeit. Gas kann lokale Emissionen reduzieren und die Kraft-Wärme-Kopplung unterstützen. Hybridsysteme verbinden die schnelle Reaktion eines Batteriespeichers mit der Langzeitfähigkeit eines Generators.

Jede dieser Lösungen kann sehr gut funktionieren.

Jede kann jedoch auch falsch ausgewählt werden.

Vor der Anschaffung empfiehlt sich deshalb eine detaillierte Lastanalyse. Prioritätsstromkreise sollten definiert, die Installationsbedingungen geprüft, realistische Testverfahren geplant und die vollständigen Betriebskosten berechnet werden.

In der Produktübersicht von ElectroQuell finden sich Dieselgeneratoren, industrielle Notstromaggregate und Lösungen für unterschiedliche Anforderungen an die Energieversorgung. Wenn der Kauf eines Geräts in einer bestimmten Projektphase nicht sinnvoll ist, kann ein Generator außerdem für eine vorübergehende Stromversorgung gemietet werden — beispielsweise während eines Netzausfalls, einer Anlagenmodernisierung, einer Veranstaltung oder eines Bauprojekts.

Weitere praxisnahe Informationen zu Generatoren, Energieunabhängigkeit und Versorgungssicherheit finden Sie auf dem LinkedIn-Profil von ElectroQuell.


Quellen und Referenzdokumente:

  1. ISO 8528-1:2018 — Stromerzeugungsaggregate mit Hubkolbenverbrennungsmotoren
  2. IEC 60364-5-56:2018 — Niederspannungsanlagen und Sicherheitsstromversorgung
  3. Verordnung (EU) 2016/1628 — Emissionsgrenzwerte und Typgenehmigung für Verbrennungsmotoren
  • Dieselgeneratoren
  • Gasgeneratoren
  • hybride Energiesysteme
  • Notstromaggregate
  • Generatoren mieten

Ähnliche Artikel

Alle ansehen

15 Minuten mit einem Spezialisten. Kostenlos.

Nennen Sie uns Last, Standort und Zeitplan. Wir empfehlen das passende Aggregat und kümmern uns um die technischen Details.

+49 176 82370794